Der Freenet Betrug

Nachdem ich über ein Jahr auf meinen DSL Anschluss von Freenet gewartet hatte (siehe die Beiträge hier und hier), kam mit dem ersehnten Anschlusstermin das nächste Problem auf mich zu.

Zu meinem DSL-Anschluss hatte ich die Fritzbox 7170 plus passenden WLAN-Stick geordert und auch die entsprechende Zuzahlung geleistet. Welche Überraschung, als ich das freenet-Packet mit der Hardware öffnete und mir ein Samsung Router (SMT-G3210) entgegenstrahlte. Dieser stellte sich als vollkommen unbrauchbar heraus, da sich zum Beispiel mein ISDN-Telefon wegen fehlender Stromversorgung nicht am ISDN-Anschluss betreiben ließ. Ein Anruf bei der Hotline erbrachte außer hohen Telefonkosten keinerlei Verbesserung, ich sollte doch bitte mein Problem schriftlich darlegen.

 

Was ich selbstverständlich auch tat – mehrmals. Per Brief, per Fax und per Email. Denn eine Reaktion ließ auf sich warten. Die erste Reaktion erfolgte nach 3 Monaten, solange ging also mein Telefon nicht. In einem schönen Standardbrief wurde mir mitgeteilt, dass freenet sich vorbehält, Hardware nach eigenem Gutdünken auszutauschen. Das würde so auch in meiner Bestellbestätigung und in den AGB stehen. Nun stimmte es, das freenet inzwischen solche Taschenspielertricks anwendet und in der Werbung groß eine Fritzbox zeigt und klein darunter schreibt „oder ähnliches Gerät“ und sich in den AGBs die Möglichkeit dazu offenhält. Die meisten Kunden fallen auch darauf herein, wie man in den entsprechenden Internetforen nachlesen kann.

Da mein Vertragsabschluss aber schon lange Zeit her war (auf jeden Fall bevor freenet auf die Tricks mit dem Kleingedruckten gekommen war), stand in meinem Vertrag ganz klar die Produktbezeichnung Fritzbox 7170 ohne Zusätze. Schriftlich schwarz auf weiß. Und auch die AGB, die ich glücklicherweise aufgehoben hatte, enthielten keinen entsprechenden Passus. Also noch mal eine Serie von Faxen, Emails und Briefen, jeweils mit Kopien von Vertrag und AGB, damit es auch der kleine Callcenter-Mitarbeiter versteht.

Nach der typischen Reaktionszeit von einigen Monaten, mit kurzer Unterbrechung, dass sie ihre eigenen AGB nicht mehr hätten, kam dann wieder ein nichtssagender Standardantwortbrief (die Fritzbox ist angeblich nicht mehr lieferbar, obwohl man sie im Onlineshop von freenet selbstverständlich kaufen kann; ich solle doch bitte zufrieden sein) und natürlich habe ich meine Fritzbox immer noch nicht.

 

Fazit: Nachdem freenet dazu übergegangen ist, mit unfairen Tricks Kunden über den Tisch zu ziehen, begehen sie nun auch noch Vertragsbruch. Und das sogar mit Vorsatz. Eigentlich ein klarer Fall für den Rechtsanwalt. Da ich aber sicher mehr Geld investieren müsste, als die Fritzbox wert ist, habe ich mir die Fritzbox jetzt gekauft. Schade, dass Betrüger auf diese Weise Erfolg haben.