Das Philips Forschungslabor ist etwa 10 Taximinuten vom Hotel entfernt, also fast um die Ecke. Daniel hat mich heute früh im Hotel abgeholt und dem Taxifahrer ziemlich lange erklären müssen, wo es hingeht. Naja, mal sehen, ob ich das in den nächsten Tagen selbst hinbekomme. Zur Sicherheit habe ich mir eine Wegbeschreibung auf Chinesisch geben lassen und auf dem Stadtplan ein dickes Kreuz gemacht. Das Philips-Gebäude ist nagelneu, ungefähr zwei Monate alt, deshalb kennen die meisten Taxifahrer es nicht. Auf den ersten Blick sieht es sehr schick aus.

Philips Forschung. Mein erster Arbeitstag im Shanghai Caohejing Hi-Tech Park 漕河泾开发区

Außenansicht vom Philipsgebäude.

Philips Research. Mein erster Arbeitstag im Shanghai Caohejing Hi-Tech Park 漕河泾开发区

Der Haupteingang.

Der Campus. Mein erster Arbeitstag im Shanghai Caohejing Hi-Tech Park 漕河泾开发区

Das (Nuklear)-Forschunglabor vom Energiekonzern, mit dem sich Philips das Gelände teilt.

Innenansichten aus dem Labor. Mein erster Arbeitstag im Shanghai Caohejing Hi-Tech Park 漕河泾开发区

Mein Arbeitsplatz mit Tomograph hinten links in der Ecke.

Zuerst lerne ich mal einige chinesische Kollegen kennen, die ich bisher nur vom Telefon kannte. Sind alle sehr nett. Bis auf den Chef sitzen alle in einem ziemlich großen Großraumbüro. Für diese Menge Leute ist es aber erstaunlich ruhig. Da ist es bei uns in Aachen trotz Zweierbüros deutlich lauter. Ich selbst bekomme einen Platz in einem abgetrennten Labor, direkt neben dem Tomographen. Das ist ganz gut so, denn daran werde ich ja vermutlich die meiste Zeit hier verbringen.

Zum Mittagessen geht es in die Kantine. Ich bin ja schon vor dem Essen gewarnt worden, aber es ist deutlich besser als erwartet. Es gibt Schweinefleisch in einer rötlichen Soße, das wirklich ganz ordentlich schmeckt. So, wie man es halt beim Chinesen in Deutschland auch bekommt. Einen Unterschied gibt es allerdings: Das Fleisch ist zwar mundgerecht kleingeschnippelt, allerdings samt Knochen. Die Messer der Köche müssen hier ziemlich scharf sein. Man hat beim Essen also gut zu spucken, es ist manchmal eher ein Ablutschen der Knochen. Zum Fleisch gibt es 3 Arten Gemüse, das ich nicht zuordnen kann. 2 Sorten sind gehen von der Konsistenz in Richtung totgekochter Lauch bzw. Wirsing. Das dritte Gemüse ist eher fest und grün. Geschmacklich geht es alles in die Richtung wie man es dem Anschein nach erwartet, keine bösen Überraschungen also. Außerdem gibt es noch so eine Art eingelegte Chinanudeln und eine Riesenportion Reis. Dazu noch eine Schale Brühe und einen Joghurt. Insgesamt also jede Menge zu essen, ca. die doppelte Portion unserer Kantine in Aachen. So kann man auch getrost mal was liegen lassen, ohne zu verhungern. Gegessen wird –natürlich- mit Stäbchen. Anders als beim Chinesen in Deutschland kann man hier leider kein Besteck nachordern. Ich werde also gezwungen sein, es ordentlich zu lernen. Ich schaffe es, fast alles damit zu essen, allerdings bin ich auch der letzte am Tisch und ich habe nach dem Essen eine ziemlich verkrampfte Hand. Nächste Woche werden meine beiden Kollegen aus Aachen nach Shanghai kommen, bis dahin werde ich hoffentlich so fit sein, dass ich nur noch Vorletzter bin.

Abends um 6 Uhr bietet die Kantine dann noch einmal ein Abendessen an. Da ich sowieso noch einiges zu tun hatte und außerdem heute keine Lust habe, auf Restaurantsuche zu gehen, nehme ich das Angebot an. So kann ich auch gleich noch mal Stäbchenessen üben. Das Abendessen ist von der Zusammenstellung nahezu identisch zum Mittagessen, die Qualität hat allerdings etwas nachgelassen. Zum Sattwerden reicht es aber auf jeden Fall.

Zum Hotel geht es dann wieder mit dem Taxi. Da es schon spät ist, gibt es auf dem Philipsgelände natürlich kein Taxi und die Security-Leute sprechen allesamt kein Englisch, so dass ich mir auch keins rufen lassen kann. Also gehe ich bis zur nächsten größeren Strasse. Dort angekommen dauert es keine 10 Sekunden und schon hält das erste Taxi (mitten im vollen Verkehr) und nimmt mich mit. Dass es so einfach ist, hätte ich nicht gedacht.