Im Oktober 2006 entdeckte ich an einem quitschgrünen Straßenstand ein Angebot, auf das ich schon lange gewartet hatte: ein schneller Internetanschluß für 19,99 Euro pro Monat. Das neue daran war, dass kein Telefonanschluß mehr notwendig sein sollte. Da ich schon seit einigen Jahren nur noch einen Genionvertrag, aber keinen Telefonanschluß mehr besitze, war das genau das richtige Angebot für mich. Mit einem GB Freivolumen und sehr moderaten Gebühren bei Überschreitung waren die 20 Euro pro Monat gerade so meine Schmerzgrenze für einen schnellen Internetzugang. Das Angebot hieß freenetKomplett und beinhaltete neben dem eigentlichen Internetanschluss auch einen VoIP-Telefonanschluss mit Festnetzrufnummer und entsprechender Hardware (Fritzbox).

Am 15.10.2006 buchte ich dann auch begeistert den Anschluss über die Webseite von freenet. Nach Eingabe meiner Daten wurde die Adresse überprüft und für Internettauglich befunden. Die Webseite gab an, dass mein Anschluss “in wenigen Tagen” bereitstünde. Super! 3 Tage nach der Buchung im Internet traf dann auch die Bestätigung des Auftrags inklusive der Geschäftsbedingungen ein. Der Brief versicherte mir, dass der Auftrag bereits in Bearbeitung sei und die Bereitstellung ca. 4 Wochen dauern würde. Naja, das waren für mich zwar mehr als einige Tage, aber lieber warten, als gar kein Internet. Dann tat sich –natürlich- 4 Wochen lang gar nichts. In der fünften Woche kam dann ein Brief – meine Zugangsdaten? Nein, welche Überraschung, der Vertrag wurde storniert. Ein Anschluss sei nicht möglich, Ursache “könnten unter anderem vorliegende Leitungsqualitäten” sein. Sehr seltsam. Meine Nachbarn haben doch aber auch DSL?

Also ging es auf zur Telekom, um prüfen zu lassen, ob ein DSL Anschluss in meiner Wohnung überhaupt möglich wäre. Ergebnis: DSL ist möglich, sogar mit 16 Mbit. Von freenet wollte ich nur 1 Mbit haben, das sollte also problemlos zu realisieren sein. Zur Sicherheit auch gleich noch die Telefonnummer meiner Nachbarin prüfen lassen, gleiches Ergebnis. An der Leitung konnte es also nicht liegen. Die Telekom hätte mir den Anschluss innerhalb einer Woche geschaltet, allerdings zu damalig 49,95 Euro pro Monat (allerdings inkl. Flat für Internet und Telefon), weshalb ich mich nicht dafür entschieden habe.

Zweite Runde: so gerüstet bin ich dann also zuerst in den freenet-Shop in Aachen und dann in den Mediamarkt zu einem freenet-Berater gegangen. Beide versicherten mir, dass es definitiv funktionieren würde und dass sie Leute in meiner Nähe kennen würden, bei denen ein freenetKomplett-Anschluß seit kurzem funktioniert. Da wäre wohl etwas schief gelaufen, vielleicht hätte ich mich beim Ausfüllen der Formulare verschrieben (hatte ich aber nicht, wie ich später nocheinmal nachgesehen habe). Also habe ich beim freundlichen Berater noch einmal einen neuen Vertrag abgeschlossen, der alte war ja gekündigt. Auch diesmal kam nach 3 Tagen die freudige Bestätigung, dass alles in Ordnung sei und ich in spätestens 4 Wochen meinen Anschluss nutzen könnte. Dem war dann leider nicht so. Diesmal bekam ich bereits nach zwei Wochen den Brief mit der Stornierung des Vertrags.

Schade, eigentlich ein nettes Angebot. Nur nutzen lässt es sich leider nicht. Mit ein paar Minuten Lektüre in einschlägigen Internetforen war mir dann auch klar, dass ich nicht der einzige bin, dem es so ergangen ist.

Fazit:

1. Traue niemals einem abhängigen Berater.

2. Traue niemals der Auskunft einer automatisch generierten Webseite.

3. Dann werde ich wohl einen anderen Anbieter probieren.

… die Geschichte geht weiter

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