Opel Astra G – Defektes Xenon Licht reparieren

Nachdem zum zweiten Mal das Xenon Abblendlicht beim Astra G ausgefallen war, habe ich beschlossen, die Sache nicht wieder für hunderte von Euro in der Werkstatt machen zu lassen, sondern selbst Hand anzulegen. Wenn man das zum ersten Mal macht, ist es ziemlich kompliziert, alle Informationen zusammenzusuchen. Deshalb habe ich es mal aufgeschrieben.

Zuerst einmal sollte man die Sicherung prüfen, manchmal fallen die auch ohne Grund oder durch einen dummen Zufall aus. Ist es nicht die Sicherung, dann geht es im Motorraum weiter. Das Xenon-Scheinwerfer-System setzt sich aus drei Hauptbestandteilen zusammen: dem Vorschaltgerät (bei diesem Astra Hella 5DV 008 290-00), dem Hochspannungsmodul und dem Brenner. Die restlichen Komponenten der Xenonanlage wie Waschanlage und Niveauregulierung sind für die Lichterzeugung selbst nicht wichtig. Das Hochspannungsmodul sitzt direkt auf dem Brenner, das Vorschaltgerät sitzt unter dem Scheinwerfer. Mit kleinen und akrobatischen Händen kann man Brenner und Hochspannungsmodul wechseln, ohne den Scheinwerfer auszubauen. Allerdings ist es besonders auf der Beifahrerseite ziemlich eng und man schlägt leicht mit dem ausgebauten Brenner irgendwo an. Besser ist es, den Scheinwerfer komplett auszubauen, dann hat man viel mehr Arbeitsfreiheit und kann in Ruhe arbeiten. Dazu muss zunächst die Stoßstange gelöst werden. Ich habe sie nicht komplett abgebaut, sondern nur soweit gelöst, dass man sie ein wenig nach vorne ziehen kann, um den Scheinwerfer herauszubekommen.

Dazu erst einmal eine Torxschraube (T25) im Radkasten (roter Pfeil) lösen, dann noch eine (ebenfalls T25) am unteren Ende des Radkastens am Anfang der Gummilippe (nicht auf dem Foto zu sehen). Die zwei Schrauben auch noch auf der anderen Seite lösen.

Dann entfernt man die zwei Spreizdübel zwischen den Scheinwerfern (rote Pfeile). Dazu den inneren Teil vorsichtig hochziehen (evtl. flachen Schraubendreher), dann kann man sie komplett ganz einfach rausnehmen.

Das war’s schon mit der Stoßstange, jetzt kann man sie leicht nach vorne ziehen, um sich Luft für den Ausbau der Scheinwerfer zu verschaffen.

Der Scheinwerfer ist an der Oberseite mit zwei Sechskantschrauben (rote Pfeile) befestigt. Diese lösen.

An der Unterseite hat der Scheinwerfer noch eine Schraube (roter Pfeil). Durch das Lösen der Stoßstange kommt man nun auch an diese heran. Ist ein wenig fummelig, zur Not kann man die Stoßstange auch komplett abbauen, dann ist es einfacher. Ich habe ungefähr eine Minute gebraucht, ist also machbar.

Dann kann man den Scheinwerfer nach vorne herausziehen.

Auf der Unterseite des Scheinwerfers befindet sich das Xenon Steuergerät (Hella 5DV 008 290-00), welches bei mir defekt war. Es ist mit 3 Torx-Schrauben (T15) befestigt und besitzt nur einen Stecker, der in Richtung Scheinwerfergehäuse zeigt.

Doch zunächst einmal sollten die anderen Teile der Xenonanlage geprüft werden. Ich habe es einfach durch Austausch der Komponenten von der linken und rechten Seite gemacht. Zuerst das Hochspannungsmodul (roter Pfeil). Es sitzt direkt auf dem Brenner und kann durch Drehen (Richtung open) abgedreht werden. Dann noch das Zuleitungskabel lösen. Bei mir fuktionierte das Modul auf der anderen Seite. Also weiter.

Der Brenner (roter Pfeil) kann nach Drehen der Plastikhalterung komplett mit dieser entnommen werden. Auch dieser funktionierte auf der anderen Seite tadellos.

Also weiter. Das Xenon Vorschaltgerät funktionierte nach Austausch auf der anderen Seite nicht, also war dieses die Ursache. Da es nun schon defekt war, habe ich an die Öffnung des Moduls gewagt. Verschlossen ist es mit 4 Torx-Schrauben (T8 – da braucht es wirklich Spezialwerkzeug). Ich dachte, dass man vielleicht ein verschmortes Bauteil findet. Aber ich fand etwas anderes: Wasser und Schmiere. Die waren trotz guter Abdichtung irgendwie eingedrungen. Klar, dass da nichts mehr funktioniert.

Zuerst einmal habe ich die Elektronik in einem Ultraschallbad gereinigt.

Danach sah sie von außen zwar immer noch nicht viel anders aus.

Dafür war sie innen wieder komplett wie neu. Ich habe auch noch vorsichtig(!) mit einer Zahnbürste geschrubbt und die Dichtungen (rot) gesäubert und kontrolliert.

Danach habe ich alles provisorisch zu einem Teststand zusammengebaut. Das empfehle ich allerdings nicht zur Nachahmung, die Hochspannung kann ziemlich gefährlich sein! Also lieber wieder richtig zusammen bauen, auch zum Testen.

Die Bastelei war erfolgreich: das Licht geht wieder.

Jetzt wieder alles ordentlich zusammen bauen und sich über schönes Licht und einen gesparten Werkstattaufenthalt freuen.

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