Im Sommer 2005 habe ich geplant, für ein paar Monate im Ausland zu arbeiten und mich deshalb bei einigen potentiellen Arbeitgebern beworben. Unter anderem auch an der University of Central Florida in Orlando. Hierhin erhielt ich dann auch eine Einladung zum Bewerbungsgespräch, was ich natürlich auch dafür genutzt habe, etwas von Florida zu sehen.

Ein amerikanisches Geschäft. Eindrücke von Orlando während meiner Reise nach Florida, USA.

 

 

Montag 15.8.2005

Früh, kurz nach 6 Uhr, geht es mit dem ICE in Richtung Frankfurt los. Der ICE ist ausnahmsweise mal pünktlich und ich komme wie geplant auf dem Flughafen an.

Dann geht das Warten los. Eine halbe Stunde am Check-In. Das Rechnersystem funktioniert nur sporadisch. Das macht aber nichts, weil das Flugzeug sowieso eine Stunde verspätet ist. Also, schlage ich die Zeit mit Flughafenbahn-Fahren und MC Donalds tot.

Eine Stunde vor dem geplanten Start mache ich mich auf den Weg zum Gate. Sicherheitskontrolle! Wieder Schlange stehen. Ich muss den Gürtel abmachen und werde durchleuchtet. Dann: nächste Kontrolle. Pass. (Wieder anstehen.)

Als ich am Gate ankomme ist es schon fast 11.45 Uhr, zu der Zeit sollten wir eigentlich fliegen. Am Gate dann aber wieder Sicherheitskontrolle!

Innen gibt es aber dann keine Toilette mehr und ich frage eine Angestellte, wann es denn ungefähr losgeht. Sie schaut auf meine Bordkarte und sagt: „Jeden Moment“, ich solle mich beeilen. Ich also auf die Toilette und unter großen Anstrengungen meine Kompressionsstrümpfe angezogen. Durch die Hektik bin ich total durchgeschwitzt. Dann durch die Sicherheitskontrolle (diesmal kann der Gürtel dranbleiben) und natürlich geht es nicht los …..wieder warten.

Eine Stunde lang tut sich nix. Dann beginnt das Einsteigen. Na, toll, da hätte ich mir auch Zeit lassen können.

Das Flugzeug ist ein kleines: 2 – 3 – 2 Sitze. Ich sitze am Gang. Neben mir ein ziemlicher Prolet. Der Flug ist lang. Es gibt 2x Essen und 1x Kuchen, außerdem 2 Videofilme.

Die Toiletten sind während des gesamten Fluges ständig benutzt; manche Leute brauchen echt 8 Minuten. Was machen die?? Das Blöde ist, man darf sich nicht anstellen, weil das eine Gruppenbildung ist und das ist in US-Flugzeugen verboten. Da man sonst aber keine Chance hat, mache ich es trotzdem. Alle 2 Stunden, so sitze ich nicht die ganze Zeit.

Gelandet in Orlando. Zunächst die Einwanderungsbehörde. Hier brauchen wir die Formulare, die wir im Flugzeug ausfüllen mussten. Das stellte für mich eine echte Herausforderung dar, weil 1 = I und 7 ohne Strich geschrieben werden mussten. Und alle Angaben natürlich mindestens 5x.

Eine Eins (I) missglückt mir dann natürlich doch beim Datum. Mal sehen, ob ich durchkomme. Der Prolet neben mir macht viel mehr falsch, z.B. schreibt er K ö h l e r mit ö statt mit oe. Das wird glaub ich nix! Er ist aber von sich überzeugt und ich lass ihn in seinem Glauben.

Bei der Einwanderung werden Fingerabdrücke genommen und ein Foto gemacht. Außerdem stellt der Officer viele Fragen: was man so macht, wie man sein Geld verdient, was man in Amerika will usw.

Dann gibt’s die Koffer. Mit den Koffern durch den Zoll. Dann werden die Koffer wieder abgegeben (zwangsweise) und dann geht es zum Terminal. Da muss man wieder mal zum Durchleuchten. Diesmal kann ich den Gürtel anbehalten, muss aber die Schuhe ausziehen.

Im Terminal gibt es die Koffer aber noch nicht wieder. Man muss erst mit dem Zug zu einem anderen Gebäude fahren. Hier kommen alle Koffer an und zwar für jeden frei zugänglich(außerhalb des Sicherheitsbereichs). Wieder ist das große Suchen angesagt. Das nächste Mal mache ich mir bunte Bänder an den Koffer.

Danach geht es zur Autovermietung. Ohne Kreditkarte geht nix, aber „mit“ läuft alles problemlos. Man bekommt die gebuchte Kategorie gesagt und dann: „Gehen Sie ins Parkhaus und suchen Sie sich ein Auto aus. Schlüssel stecken.“ So ist es. Auto aussuchen und weg. Keine Kontrolle und nix. Am Ausgang will dann aber doch noch mal jemand die Quittung sehen, dann geht’s los.

Wie schnell darf man eigentlich fahren? Keine Ahnung! Der Reiseführer macht auch nur sehr vage Angaben. Ich habe nur gelernt: an der Kreuzung darf der fahren, der zuerst da war.

Ich fahre erst einmal 35 und hinter mir bildet sich eine Schlange. Dann sehe ich endlich mal ein Schild: 35 mph, es war also vermutlich richtig. Die Straße wird zweispurig. Hier darf man schneller fahren, mach’ ich aber nicht, weil ich noch immer keine Orientierung habe. Keiner der Amerikaner überholt. Anhalten geht nicht, es ist hier eine Art Autobahn.

Ein Highway. Eindrücke von Orlando während meiner Reise nach Florida, USA.

Ich habe inzwischen herausgefunden, wie der Tempomat funktioniert und habe so mehr Zeit zwischendurch auf die ziemlich grobe Karte zu schauen. Ich fahre einen totalen Umweg, aber egal.

Es folgen 2 Mautstationen, jedes Mal ein Dollar. Zum Glück habe ich vorher Geld getauscht. Dann die halbwegs richtige Ausfahrt. Aber: ein Automat! Und er funktioniert nur mit Münzen. D i e habe ich natürlich nicht. Hinter mir: Schlange! Der nächste sagt, ich soll einfach durchfahren. Aber, da sind Poller in der Straße. Ich traue mich nicht. Der übernächste Mann ist sehr freundlich und wechselt mir das Geld. Geschafft!!

Die richtige Straße zu finden, ist nicht leicht. Außer „Walt Disney“ ist fast nichts ausgeschildert. Nach 2 x Verfahren finde ich die richtige Straße und dann ein Hinweisschild auf das Hotel. Entgegen meiner Befürchtungen, ohne einen Voucher auch kein Zimmer zu bekommen, geht alles gut und ich bekomme eins. Internet sei dank.

Das Zimmer ist nicht luxuriös, aber annehmbar. Türkeistandard 4 Sterne, hier 2. Auspacken und dann etwas zu Essen kaufen. Es ist zwar schon dunkel, aber hier hat ja alles länger offen. Ich finde einen Supermarkt in der Nähe (3 Minuten mit dem Auto, versteht sich). Einkaufen: zu meiner Überraschung gibt es doch so einiges, was nicht süß und fettig ist. z.B. Obst, TK-Gemüse, Joghurt, Brot, Nudeln, Suppen….. Es gibt auch Marken, die es bei uns gibt, z.B. Kraft, Knorr, Gilette, Barilla…. Ich kaufe ein.

Das Brot erweist sich später als nahezu Toast, obwohl Vollkorn draufsteht. Schmeckt aber. Joghurt habe ich noch nicht getestet, Obst ist teuer, aber eigentlich alles andere auch. Man kann ca. 1:2 rechnen, also alles ungefähr doppelt so teuer.

Bezahlen kann man an der Kasse mit Dollar. Auch die Amerikaner zahlen nicht alle mit Kreditkarte, sondern mit Geld.

Und noch etwas bestätigt sich nicht. Ich sehe keinen dicken Amerikaner. Alle etwa so wie in Deutschland. Aber viel gesehen habe ich ja noch nicht.

 

 

Dienstag 16.8.2005

Draußen ist es heiß. Unglaublich heiß! Die Klimaanlage im Zimmer ist sehr laut. Zum Schlafen muss sie ausgeschaltet sein. Das hält man aber höchstens 3 Stunden aus. Also, 2x in der Nacht ordentlich runterkühlen. – Frühs gibt es überraschenderweise Frühstück, im Preis enthalten, obwohl nicht gebucht. Es ist aber ganz annehmbar. Toast, Butter, Marmelade, sogar Cornflakes. Was will man mehr. Naja, vielleicht richtige Marmelade und keine Götterspeise. Dafür kann man sich aber selbst Waffeln backen. Richtig lecker!

Was mir heute aufgefallen ist: das Hotel hat 3 Stockwerke und braucht daher einen Lift. Ich würde ja lieber die Treppe nehmen, aber die gibt es nicht.

Mein Sleep-Inn Hotel gleich neben Disney-World. Eindrücke von Orlando während meiner Reise nach Florida, USA.

Nach dem Frühstück geht’s zur Tankstelle, die nur 50 m entfernt ist. Ich muss mich durch 2 Blumenrabatten schlagen, weil: Fußwege gibt es ja nicht. Ich will eine Straßenkarte kaufen, habe aber leider Pech. Der Weg von und zur Tankstelle (2 min.) war sehr anstrengend. Die Sonne ist mörderisch.

Vormittags habe ich den „International Drive“ geplant. Los geht’s mit dem Auto. Die Klimaanlage läuft auf vollen Touren, aber wirklich kühl wird es nicht. Gerade so erträglich. Ich schwitze trotzdem.

Meine Beobachtung bestätigt sich. Die Amis wechseln selten die Spur. Egal, wie langsam ich schleiche, sie bleiben hinter mir. Überholen tun nur Jeeps und Pickups. Die fahren auch immer ordentlich zu schnell. Im dichten Verkehr kann man hier durch Spurwechsel deutlichen Vorsprung erreichen. Das nutze ich natürlich.

Ansonsten geht es sehr gemütlich zu, vor allem an der Ampel. Ich bin immer der erste, auch ohne Hochstart. Die Kreuzungsreglung „wer zuerst kommt, fährt zuerst“ funktioniert erstaunlicherweise sehr gut. Aber auch nur, weil gemütlich gefahren wird und alle Zeit zu haben scheinen. Auf den mehrspurigen Straßen ist die mittlere die langsamste. Das liegt wahrscheinlich daran, dass man rechts und links überholen kann und sich hier die Schleicher sammeln.

Auf dem International Drive, den ich wieder nur mit Mühe finde (langsam fange ich aber an, die Beschilderung zu verstehen), reiht sich Mc Donalds an Hotel, an Cheverson Vergnügungspark usw.

Ich besuche ein Einkaufszentrum. Vor allem Klamotten. In meinem Plan sehe ich, dass die Florida-Mall nicht weit ist. Also, hinfahren… und vorbei, weil ich „Florida-Mall left next 2 traffic lights“ so interpretiere, dass ich nach 2 Ampeln links abbiegen soll. Stimmt aber nicht (wer Englisch kann, ist hier klar im Vorteil)! Die Mall ist ganz schön groß. Viele Klamotten. Zu meinem Ärger kein Media-Markt-Ersatz, dafür aber ein Buchladen, in dem ich endlich eine Straßenkarte kaufe.

Essen gibt es hier auch. Ca. 25 x Fastfood auf einem Haufen. Ich nehme `was chinesisches für 6 $, das so wie in Deutschland schmeckt. Die Nudeln sind vielleicht etwas fettiger.

Gestärkt geht es zum WAL-Mart, viel billiger als gestern im Publix ist es aber nicht. Dafür aber große Auswahl. Ich kaufe Joghurt (33 ct.), Tee, teure Marmelade (2,50 $) und ein paar andere Dinge. Die Marmelade entpuppt sich aber dann wieder als Gelee, trotz „100% Frucht“.

Es gibt viele „Fat-Free“-Produkte, auch Milch. Alles kostet ungefähr das Doppelte, bis auf Kaffee, der ist so teuer wie in Deutschland. Bananen sind auch günstig: 49 ct/Ib, das ist etwas mehr als 1 €/kg. Cola kostet ca. 1 $ und damit soviel wie bei uns.

An der Kasse geht es furchtbar langsam zu, da können sie sich mal ein Beispiel an uns nehmen. Ich habe bestimmt 15 min. gewartet. Und das bei 2 Verkäuferinnen pro Kasse, eine kassiert, eine packt ein. 12 Artikel habe ich gekauft, 5 Tüten erhalten.

Ich musste feststellen, dass man immer mehr bezahlt, als angeschrieben steht. Das liegt an der „Tax“, die kommt immer noch dazu. Es sind aber nur erträgliche 6,5 % und bei Lebensmitteln wird glaube ich nichts berechnet. Auf dem Kassenzettel lässt sich das aber nicht erkennen.

Auf nach Hause, was essen. Dann noch mal los, den Ort erkunden, zu dem das Hotel gehört. Schaffe ich leider nicht. Es wird dunkel (ca. 8.30 pm). Ach ja, ich war schon 1 Std. ins Ortszentrum unterwegs.

Die Entfernungen sind einfach riesig. Ich war bisher nur im Süden von Orlando und habe schon 150 miles auf dem Tacho. Und alles ist bebaut. Wo sind die ganzen Leute, die in den Geschäften und Restaurants den Umsatz machen? Man sieht kaum jemand auf der Straße (sofern überhaupt Fußwege vorhanden sind).

Von der Hitze bekam ich heute fast nix mit. Man läuft max. 50 m vom Parkplatz zum Gebäude, das – sinnvollerweise – klimatisiert ist. So habe ich mich den ganzen Tag ca. 10 min. im Freien aufgehalten.

 

 

Mittwoch 17.8.2005

Nach dem Frühstück, bei dem übrigens ausschließlich Plastikgeschirr verwendet und weggeworfen wird, fahre ich in Richtung Universität. Ich will schon mal den Weg für morgen erkunden. So langsam gewöhne ich mich an die Beschilderung.

Dass die Ampeln immer hinter der Kreuzung hängen, stört eigentlich nur noch beim Linksabbiegen, weil man plötzlich vor einer roten Ampel steht und trotzdem weiterfahren muss.

Nach einer Runde über den Campus fahre ich weiter nach Downtown. Hier bestätigt sich Andreas’ Meinung: „Orlando ist ein Kaff“. Es gibt bis auf eine alte Dampflok einfach nichts zu sehen, nicht mal eine Fußgängerzone. Nur Straßen und ein paar Hochhäuser.

Orlando Downtown. Eindrücke von Orlando während meiner Reise nach Florida, USA.

Also, wieder zurück (man fährt fast eine Stunde). Dann geht’s noch mal los zum Shoppen, in diversen „gift-shops“ finde ich aber beim besten Willen nichts einigermaßen lohnenswertes.

Ein amerikanisches Geschäft. Eindrücke von Orlando während meiner Reise nach Florida, USA.

Abends mache ich noch eine Tour durch Disney-World, aber da ich keinen Eintritt zahlen will, sehe ich auch nix.

Tanken muss ich auch schon, da viel gefahren. Die Zapfsäule mit ihren vielen Hebeln kriege ich in Betrieb, nur kommt leider kein Benzin. Man muss das vorher bezahlen. Ich mit Kreditkarte hinein in die gute Stube. Wie viel ich denn tanken möchte. – Voll! – Das geht nicht. – Einen Betrag. – Was weiß ich denn, wie viel in einen Tank geht. – Nochmal anders gefragt. – No way! – Ich will ja nix verschenken und tanke für 15 $. Natürlich ist es nicht mal ¾ voll. Überall anders auf der Welt geht es bedeutend einfacher. Sogar in Polen, wo man auch vorher bezahlen muss. Das nächste Mal versuche ich es mal woanders. Hoffentlich war das nur eine Ausnahme.

Abendessen gibt es bei Mc Donalds. Auch hier gibt es den Gartensalat (Side Salat) für 1 $. Lobenswert! Natürlich muss man an der Kasse 1,07 $ zahlen, wegen der Steuer. Da ich unter notorischer Kleingeldknappheit leide, werden mir die 7 ct. Erlassen. Das nenne ich mal Service!

 

 

Donnerstag 18.8.2005

Heute ist Tag der Vorstellung an der Uni. Also, ordentliche Klamotten anziehen und los. Für die Fahrt habe ich eine Stunde eingeplant plus eine halbe Stunde Sicherheit. Die brauche ich dann auch, weil ich im Stau feststecke. Warum bezahle ich eigentlich die Autobahngebühr? Da hätte ich auch normale Straße fahren können.

Die Vorstellung ist ganz entspannt. Alle haben kurze Hosen und T-Shirts an. Naja, das Jacket habe ich auch erst gar nicht angezogen.

Die Uni ist innen ein bissel 70-er-Jahre Style, so wie im „Westen“ (von hier gesehen eigentlich tiefster Osten). Von außen macht sie allerdings schon was her.

Die University of Central Florida, UCF. Eindrücke von Orlando während meiner Reise nach Florida, USA.

Nach dem Gespräch muss ich noch mal ins Hotel, die Quittungen für die Reise holen. Trotz „Expressway“ brauche ich eine Stunde und dann noch mal eine halbe bis zur Bank, wo wir verabredet sind. Dort bekomme ich meine Reisekosten. In bar! 1000 Dollar! Wenn das einer sieht…. Die amerikanischen Banken schaffen nämlich keine Überweisungen ins Ausland (Ausland? Was ist das?)

Auf dem Heimweg muss ich dann wieder mal tanken. Ich suche mir eine sehr große Tanke (16 Säulen). Diesmal versuche ich es mit Cash. Habe ja jetzt genug, nur immer noch nicht genug Münzen. Und siehe da, es geht! Ich bekomme die Säule freigeschaltet und kann tanken bis zum Abwinken. Das waren 21 $. Ich habe also bisher für mein bissel Stadtverkehr 14 Gallonen (53 l) Benzin verfeuert. Bin aber auch schon 400 Meilen (644 km) gefahren…

Inzwischen habe ich auch schon herausgefunden, was mein Auto für eins ist. Drauf steht Saturn Ion. Drin ist ein Opel Ecotech Motor und ganz viele GM-Teile.

Mein Auto, ein Saturn Ion. Eindrücke von Orlando während meiner Reise nach Florida, USA.

Abends habe ich noch mal eingekauft und habe ein Pumpernickel-Brot erstanden. Es ist richtig dunkel, aber ziemlich fluffig. Geschmack habe ich noch nicht getestet.

Ein amerikanisches Pumpernickel Brot. Eindrücke von Orlando während meiner Reise nach Florida, USA.

Eine sehr schöne Sache habe ich gesehen. An den Kühltruhen sind alle Metallteile beheizt, damit man sich nicht die Finger verkühlt.

Ansonsten kann ich nur immer wieder über die Preise staunen… z. B. 800g geschnittene Melonen als Obstsalat für 7,99 $. Wer kauft das denn bitte?

 

 

Freitag 19.8.2005

Heute geht es nach Daytona Beach. Bekannt durch Autorennen und Spring Break. Man fährt ca. 1,5 h auf der Interstate 4 und wenn man ab Orlando immer geradeaus fährt und nie abbiegt, kann man direkt ans Meer fahren. Genau, hier ist nämlich der Strand Drive-In. Da die Amis die 3 Schritte vom Parkplatz zum Strand nicht laufen wollen, fahren sie also lieber direkt auf den Strand und setzen sich neben ihre Autos.

Verkehrszeichen am Strand. Eindrücke von Orlando während meiner Reise nach Florida, USA.

Ich habe es nicht gemacht, da der Strand auf die Weise 5 $ Eintritt kostet. Also, das Auto auf den Publix (Supermarkt) Parkplatz gestellt, über eine Hoteltreppe an den Strand gegangen und 5 $ gespart. Der Strand ist sehr schön: feiner Sand und kaum Steine.

Endloser feiner Sandstrand. Eindrücke von Orlando während meiner Reise nach Florida, USA.

Auch hier ist es sehr heiß, fast 40 °C im Schatten und schwül. Das Wasser ist nicht wirklich erfrischend. Es hat Badewannentemperatur.

Auf dem Rückweg biege ich dann nach Sanford ab. Hier soll es einen historischen Stadtkern geben. Das stimmt auch: 3 Häuser rechts und 3 Häuser links der Straße, die mal älter als 20 Jahre sind. Ich bin trotzdem happy, mal eine Stadt gefunden zu haben, so wie ich sie mir vorgestellt habe.

Eine nette kleine Stadt in der Umgebung. Eindrücke von Orlando während meiner Reise nach Florida, USA.

 

 

Sonnabend 20.8.2005

Heute ging es noch mal an die Uni. Einfach mal das Gelände erkunden und nach einer Unterkunft Ausschau halten. Leider habe ich nirgendwo ein schwarzes Brett o.ä. gefunden. Was ich aber herausgefunden habe ist, dass Wohnen hier extrem teuer ist.

Nebenbei habe ich mir auch noch Gebrauchtautos angeschaut, musst aber auch feststellen, dass kaum ein Händler Preise dranstehen hat. Naja, das geht sicher über’s Internet einfacher.

Außerdem war ich noch in Winter Springs und habe dort das Stadtzentrum angeschaut. Hier gibt es sogar Fußwege und Menschen, die darauf laufen. Das habe ich bisher nicht gesehen. Und einen Park gibt es auch. Allerdings soll da auch ab und zu mal ein Krokodil spazieren gehen und sich dann auch mal in einen Supermarkt verirren.

Auf der Rückfahrt musste ich feststellen, dass mein nagelneues Auto zwar allen Schnick-Schnack zu bieten hat (alles elektrisch einstellbar, damit man auf keinen Fall den Arm bewegen muss), aber bei der Sicherheitsausstattung etwas mager dasteht: ABS? Fehlanzeige! Naja, dafür hat es schön gequietscht, als ein Amerikaner ohne zu blinken auf meine Spur gezogen ist, als wir auf gleicher Höhe waren. Das scheinen hier viele zu machen, denn eine Versicherung wirbt mit „Rewards“ für sicheres Fahren (was vor allem den Blick in den Rückspiegel und Nicht-Essen am Steuer beinhaltet).

 

 

Sonntag 21.8.2005

Heute stand ein Ausflug nach Tampa auf dem Programm. Tampa liegt an der Westküste und hat ca. 2 Millionen Einwohner. Auch hier wieder eine gigantische Fläche, da jeder sein eigenes Grundstück braucht.

Downtown hat neben ein paar Hochhäusern nicht besonders viel zu bieten, vor allem keine Parkplätze. Da Sonntag war, waren die großen Parkplätze geschlossen und für die Parkuhren braucht man einen Anhänger voll Kleingeld, wie fast an jedem Automaten. Die Schwierigkeit besteht darin, genügend Kleingeld zu erhalten. Dummerweise ist das größte Geldstück ein Quarter (25 ct). Wenn man also 2 $ bezahlen will, braucht man schon 8 Stück. Soviel Wechselgeld kann man einfach gar nicht zusammenbekommen.

Außer Downtown gibt es noch Ybor-City zu besichtigen, ein Viertel das spanische Einwanderer gegründet haben. Zum Teil sehenswert, zum Teil verkommen.

Weiter ging es dann nach Claerwater direkt an der Küste. Schöner weißer Sand und Wasser auf Badewannentemperatur.

Kilometerlanger Sandstrand und tolles Wetter in Florida. Eindrücke von Orlando während meiner Reise nach Florida, USA.

Abends bin ich dann noch mal auf den Dauer-Rummel von Kissimmee gefahren, die Stadt in der mein Hotel steht. Man ist trotzdem eine halbe Stunde unterwegs, es sind 25 Meilen.

Viele kleine Läden und einige Attraktionen. Z.B. ein gigantisches Pendel (80 – 100 m), auf dem man mitfliegen kann. Oder 2 dampfdruckgetriebene Autos, die von 0 auf 100 in 2 Sekunden beschleunigen. Beides sehr spektakulär, aber natürlich auch extrem teuer.

 

 

Nachwort

Danach ging es dann auch schon wieder in Richtung deutscher Heimat. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste war, dass die ganze Reise außer einem gewissen Unterhaltungswert kein nennenswertes Ergebnis gebracht hat. An der Uni hätte ich zwar sofort anfangen können, aber die Einwanderungsbehörde machte mir einen Strich durch die Rechnung. Die H1-B-Visa für einen mehrmonatigen Aufenthalt waren damals pro Jahr auf 50.000 beschränkt. Und die Quote für 2005 und 2006 (Warteliste) war bereits voll. Ich hätte also eineinhalb Jahre auf das Visum warten müssen. Auch zwei Rechtsanwälte konnten da nichts ausrichten. So bin ich dann also vorerst in Deutschland geblieben.

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