Heute hat es ziemlich heftig geregnet und ich habe beschlossen, nicht mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Dass es bei Regen nahezu unmöglich ist, ein Taxi zu bekommen, habe ich ja schon einmal geschrieben. So warteten in der Hotellobby bestimmt 20 Schlipsträger auf ein Taxi. An der Strasse stand ein Hotelboy und versuchte Taxis heranzuwinken, natürlich mit nur mäßigem Erfolg. Die Warterei im Hotel hätte mich so mehr als eine halbe Stunde gekostet. Also bin ich selbst zur Strasse gelaufen, habe mich unter die Elevated Road gestellt, um nicht nass zu werden und mich 50 m vor den Hotelboy positioniert, um das nächstbeste Taxi abzufangen. Was auch nach 3 Minuten geklappt hat. War zwar ein bisschen unfair, aber den lokalen Verhältnissen angepasst. Ich habe auch schon einmal gesehen, dass eine Frau ein Taxi angehalten hat und hinterrücks einfach ein Pärchen eingestiegen ist. Soviel zur Rücksichtnahme.

Leider ist der technische Standard der Taxis nicht besonders hoch, die Kupplung zum Beispiel hat in 98 Prozent der Kutschen nur zwei Zustände: eingekuppelt oder ausgekuppelt. Einen Schleifpunkt gibt es nicht. Ein Spaß im Stop-and-Go. Bei meinem ergaunerten Taxi waren nun auch die Scheibenwischer in einem bedauernswerten Zustand. Was bedeutete, dass sie nach ca. 20 Wischbewegungen den Dienst quittierten. Worauf wir dann jedes Mal bis zur nächsten Kreuzung blind unterwegs waren, dort der Fahrer fluchend ausstieg, irgendetwas im Motorraum bastelte und wir wieder für die nächsten 20 Wischbewegungen freie Sicht hatten. Ein trainiertes Ohr hätte so während der 25-minütigen Fahrt einige nette Vokabeln lernen können. Aber ich hatte auch so meinen Spaß.

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